eCommerce ist die größte Gefahr für den klassischen Einzelhandel. Immer weniger Menschen kaufen in Geschäften und immer mehr bestellen online. Ein populäre These, aber nicht mehr als digitales Stammtisch-Niveau.

Richtig ist, dass Konsumenten von heute die digitale Welt mehr denn je in ihr Kaufverhalten mit einbeziehen. Allerdings zieht eine überwältigende Mehrheit immer noch den Kauf in einem Geschäft vor. Der Schluss, den jeder Ladenbesitzer hieraus ziehen muss: die Verknüpfung, wenn nicht sogar die Verschmelzung von eCommerce und klassischem Einzelhandel.

Reicht Multichannel Marketing?

Multichannel Marketing ist hierbei schnell erklärt. Die eigenen Produkte werden über diverse Kanäle vertrieben:

eCommerce
Konsumenten besuchen eine oder die eigene Website und kaufen das Produkt über den Online-Shop.

Einzelhandel
Konsumenten besuchen ein Geschäft und kaufen das Produkt in eben diesem Geschäft.

Konsequenz hieraus sollte zumindest sein, dass Produkte im eCommerce-Zeitalter zumindest über Kanäle wie Amazon Marketplace oder die eigene Website vertrieben werden. Das ist nett, aber nur der halbe Weg, wenn zu einem Produkt auch ein eigenes Einzelhandelsgeschäft besteht. Mit eigener Website und Geschäft kommt schnell die Frage auf, ob diese Wege miteinander in Konkurrenz stehen. Wird das Geschäft und der damit verbundenen Aufwand in naher Zukunft zu überflüssigem Luxus? Die klare Antwort: nein.

Omnichannel Marketing: Ladengeschäft reloaded

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Deloitte ziehen fast 80 Prozent der Konsumenten von heute den klassischen Einkauf in einem Geschäft vor. Für den Einzelhandel kein schlechter Wert nach gut 10 Jahren massentauglichem eCommerce.
Omnichannel Marketing greift diesen Wunsch im digitalen Zeitalter auf und verknüpft oder verschmelzt Kanäle miteinander.

Rolle des Geschäfts in Omnichannel Marketing

Konsumenten kaufen eher in einem Geschäft, wenn sie beispielsweise durch digitale Werkzeuge wie Tablets oder interaktive Bildschirme als individuelle Personen wahrgenommen werden. Dies eröffnet den Unternehmen die Chance, den Kaufprozess zu entschleunigen. Marke und Produkte können per unterhaltende Information über interaktive Displays eine engere Bindung zum Konsumenten schaffen. Schlüsselwort: Brand Experience.

Hier können beispielsweise Dinge angeboten werden wie:

  • Produkt Reviews
  • Bewertungssystem
  • Empfehlungen zusenden
  • Videos
  • Produkt im Alltagskontext (Welcher Nagellack zu welchem Outfit?)

All diese Dinge sind natürlich auch dafür prädestiniert, dass diese über die Smartphones und Tablets der Konsumenten im Geschäft aufgerufen zu werden.Darüber hinaus soll auch der In-Store Zahlungsprozess in die digitale Welt aufgenommen werden. Dies ist aber besonders auf dem deutschen Markt noch ein weiter Weg, da neue und insbesondere digitale Zahlungsprozesse in Deutschland nur zögerlich angenommen werden.

Der wichtigste Grund für eine Investition in Omnichannel Marketing ist aber sicherlich das erhöhte Ausgabeverhalten von Omnichannel-Kunden. Die Deloitte Analyse hat ergeben, dass „Omnis“ im Bereich Kleidung 93 Prozent mehr Geld pro Einkauf ausgeben. Im Bereich Unterhaltungselektronik sogar bis zu 230 Prozent.

Multist du noch oder omnist du schon?

[Bild: Daniel Iversen]

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